Wer? Was? Wann? Wie?

Es ist ein Zahlenspielichen, aber es zeigt, wie schnell eine Saison im Fußball fortschreitet: mit dem Spiel gegen den VfB Arzberg hat der FCS das erste Sechstel der Spielzeit in der Kreisliga beendet, nach der Partie gegen den VFC Kirchenlamitz wird es schon ein Fünftel sein. Ganz langsam zeichnen sich erste Tendenzen ab, für welches Team es wohin in der Liga gehen könnte, die ersten Antworten auf Fragen, die man sich vor der Runde stellte, gibt es auch. Im Fall der Schwarzenbacher sind diese Antworten mit neuen Fragen verknüpft, die mal mehr, mal weniger einfach zu beantworten sind. Schauen wir also auf dieses Wochenende und beginnen mit den einfachen Fragestellungen:

Wer? Der FCS empfängt den Nachbarn VFC Kirchenlamitz.

Was? Das bedeutet, es ist nichts anderes als ein Derby.

Wann? Schon am heutigen Samstag um 15 Uhr in Schwarzenbach.

Soweit zu den einfachen Fragen. Das „Wie“ muss man jedoch etwas differenzierter betrachten, die Fragestellung erweitern und die ersten fünf Partien der Saison mit in die Betrachtung nehmen:

 

Wie gut kann…

  • der FCS Defensive? Insgesamt eigentlich recht gut, trotz elf kassierter Gegentore. Davon gehen schon vier auf das Konto der Selber Kickers und drei nach Wiesau. Die gesamte Mannschaft arbeitet nach hinten, aber weil die Idealformation bisher praktisch nicht auf dem Feld stehen konnte, schlichen sich immer wieder Fehler in der Abstimmung ein und führten zu den Gegentoren. Ein Sven Luber zeigt hohe Qualität als letzter Mann, ein Max Jung hat sich als Neuling bestens eingeführt, dazu Spieler wie Fuchs, Saalfrank, Löffler – eigentlich kann der FCS defensiv alles sauber halten, er muss sich nur endlich einspielen können.
  • der FCS Offensive? Die Antwort fällt im Prinzip genauso aus wie im Fall der Defensivabteilung. Zwei eigene Tore sprechen eine klare Sprache, aber woher sollen Treffer kommen, wenn zeitweise fast ein komplettes offensives Mittelfeld und die Angreifer ausfallen, die sowieso nicht die klassischen Mittelstürmer sind, sondern lieber aus der zweiten Reihe kommen? In der letzten Saison war zumindest einer der torgefährlichen Spieler immer verfügbar, jetzt kommen sie nach und nach wieder zusammen und sollten Chancen kreieren können und damit auch den nächsten Treffern nahe kommen. Seriös zu bewerten ist die Leistung der Offensive damit noch nicht wirklich.
  • der FCS Ruhe bewahren? Die Tordifferenz zeigt viele Probleme an, ebenso die Punkteausbeute. Ein Zähler nach fünf Spielen, damit ist klar, locker aus der Abstiegszone spazieren kann die Mannschaft nicht. Die ersten pessimistischen Stimmen kommen auf, Befürchtungen, dass es für den FCS 2017/18 nicht reichen könnte. Aber einem Fünftel folgen noch vier weitere, das Team darf sich nicht beirren lassen, muss geschlossen bleiben und gleichzeitig die Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen. Teams mindestens auf Augenhöhe und damit schlagbare Mannschaften gibt es in dieser Liga, jetzt muss es mit dem Punkten losgehen. Unterstützung von außen kann dabei sicherlich nicht schaden.
  • der FCS Derbies? Das wird eine wichtige Frage in den kommenden drei Wochen, denn abgesehen vom SV Mitterteich II warten nur Nachbarn –  aus Kirchenlamitz, Marktleuthen und Rehau; kann der FCS das besondere Gefühl aufbauen, dass diese besonderen Spiele an sich haben, kann er sicher noch ein Quäntchen mehr Motivation und Kraft aufbringen, um sich hier schadlos zu halten und für alle weiteren Spiele Selbstvertrauen mitzunehmen.
  • der FCS den VFC einschätzen? Eine Vorschau ist ja auch immer dazu da, den kommenden Gegner zu präsentieren, und der VFC soll hier nicht zu kurz kommen. Es ist definitiv nicht mehr die gleiche Kirchenlamitzer Mannschaft wie in der Vorsaison, die heute in Schwarzenbach auflaufen wird, denn nicht nur Trainer Sener, sondern auch Leistungsträger wie die Manzke-Brüder oder Torwart Valdmann haben den Klub verlassen. Neuer Coach ist Bernd Lauterbach, er hat Spieler von der JFG Luisenburg und dem ASV Wunsiedel mitgebracht, andere bekannte Akteure wie Denizeri, Weiß, Triller oder Popp sind geblieben. Weiß sich der VFC selbst schon einzuschätzen? Schwierig zu beantworten, denn einem beachtenswerten 5:0 zum Auftakt gegen Wunsiedel folgten drei Niederlagen am Stück und dann wieder zwei Siege, zuletzt ein Derbyerfolg gegen Marktleuthen. Ist jetzt also Konstanz eingekehrt, oder geht es nach dem Gastspiel in Schwarzenbach wieder in die andere Richtung – können die Grün-Weißen an die Gelb-Schwarzen heranrücken oder vergrößert sich der Abstand deutlich?

Der Fragezeichen gibt es also genug beim FCS, bleibt zu hoffen, dass sich das eine oder andere am Samstag gegen 17 Uhr in ein positives Ausrufezeichen umgekehrt haben wird.