Ein Tag zum Vergessen

Und dann war Schluss (Teil 3) – und dieses Mal waren alle, ausnahmslos alle, die mit dem 1.FC Schwarzenbach mitlitten, froh, dass es zu Ende war: mit 0:5 (0:2) gingen die Grün-Weißen beim SV Steinmühle und erwischten in allen Belangen einen rabenschwarzen Tag.

Man kann dieses Ergebnis lange und ausführlich analysieren, und das wird die Mannschaft sicher auch tun, aber ein wichtiger Aspekt kann vorweggenommen werden: Steinmühle hat einen hervorragenden Auftritt hingelegt. Das war während der ersten Viertelstunde noch nicht zu erwarten, als der FCS, der einmal mehr einige wichtige Spieler ersetzen musste, gut und energisch begann. Die Siege zuletzt und die Chance auf ein endgültiges Vorrücken ins Mittelfeld der Kreisliga hatten mutig gemacht. Doch der Dämpfer folgte schnell, sogar etwas zu schnell: beim ersten organisierten Vorrücken der Gastgeber kam der Ball nicht schnell genug aus dem Schwarzenbacher Strafraum, Reichl hatte genug Übersicht und erzielte die Steinmühler Führung (16.). Ab diesem Moment funktionierte das System des SV, das auf Laufstärke und kurzem Passspiel beruhte, von Minute zu Minute besser. Das Besetzen der Räume klappte hinten wie vorne, die Gäste wurden offensiv attackiert, und wenn doch einmal ein Angriffsversuch über die Mittellinie den Weg fand, waren entweder der Passgeber oder der Empfänger der Kugel so unter Druck, dass kein gefährlicher Abschluss mehr zustande kommen konnte. Das zog den Grün-Weißen lange Zeit den Zahn, dazu haderten sie mit Schiedsrichter Ghennam (Luhe-Wildenau). Der agierte etwas unglücklich, weil er keine klare Linie bei Zweikämpfen erkennen ließ, mal kleinlich pfiff, mal viel laufen ließ, auf die Entstehung der Tore hatte er allerdings keinen Einfluss. Es dauerte eine gute halbe Stunde, bis sich der FCS besser auf die Spielweise der Gastgeber eingestellt hatte, dann wurde er auch gefährlicher; Löffler hatte mit einem Schuss knapp über das Tor die beste Möglichkeit (36.). Die Gäste wurden offensiver, rückten weiter heraus, wagten eine offene Begegnung und hätten vielleicht sogar eine Wende herbeiführen können, wenn es bis zur Pause beim 1:0 geblieben wäre. Doch ein abgefangener Angriff nach 44 Minuten führte zu einem schnellen Konter, der Ball kam von links in den Strafraum, wo Mark das längste Bein machte und Becher überwand. Nun musste nach dem Seitenwechsel mehr probiert werden, die ersten Augenblicke gehörten auch den Schwarzenbachern, aber nach nur zwei Minuten hatte sich Steinmühle gefangen und zeigte wieder die Richtung an, in die es gehen sollte, als ein Spielzug zu Zeus führte, der völlig allein vor Becher auftauchte, aber an ihm scheiterte. Und dann brach das Verhängnis komplett über den FCS herein. Beim nächsten Angriff konnte Saalfrank Faltenbacher im Strafraum nur unfair stoppen, diese Chance ließ sich Zeus nicht nehmen und traf per Elfmeter (49.). Zu oft kamen die Saalestädter im Zweikampf zu spät, Löffler erwischte es daher nach 55 Minuten mit Gelb-Rot. Steinmühle nutzte die Räume clever, ließ die verbleibenden zehn Gegner quer über den Platz laufen und hatte Stürmer, die in vorderster Linie oft richtig standen. Und auch die nachrückenden Akteure sorgten für Gefahr. Heimerl traf zum 4:0 nach einem weiteren Pass von außen, der nicht geklärt werden konnte (60.). Der Frust staute sich auf, Pascal Fuchs leistete sich ein überflüssiges Foul und ging ebenfalls mit der Ampelkarte vom Feld (62.), es hätte unter Umständen auch mehr sein können. Sieben Feldspieler zogen sich jetzt weit zurück, nur noch der eingewechselte Schijabiew störte ab und zu an der Mittellinie. Der SV genoss die Freiheiten, die sich ihm boten, spielte locker drauflos und hatte zunächst Pech, als Zeus einen Freistoß an den Außenpfosten setzte (67.), doch wenig später erzielte Wild das 5:0 nach dem bewährten Muster: Vorstoß über außen, Pass in die Mitte, Tor (75.). Der FCS nahm Befreiungsschläge in Kauf, einige Male gelangen noch Angriffe, aber Steinmühle blieb aufmerksam – sinnbildlich für das ganze Spiel waren zwei Szenen von Seifert, gegen den einmal Torhüter Schwägerl klärte (80.) und der es auch sonst immer wieder versuchte, aber teils von gleich drei Einheimischen im Verbund ausgebremst wurde. Es ging an diesem Tag einfach nichts, die letzte Möglichkeit hatte entsprechend der SV, als Wild nach einem abgewehrten Schuss von Mark nur den Pfosten traf (81.). Dann hatten es die Schwarzenbacher irgendwie überstanden und durften am Ende überraschend doch etwas übernehmen – einen Kasten Bier, der den ersten Schock vielleicht ein klein wenig wegspülte.

Die Aufstellung: Becher – Jung, Luber, Saalfrank, P. Fuchs – Löffler, Wohn, Hofmann, Bertl, Seifert – Fröhlich (E. Schijabiew).